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Ernst und Gisela Paul-Stiftung

Veröffentlicht am 04.07.2022 in Allgemein

Trafen sich beim Spitalfest am Eichenplatz in Bubenreuth: Dr. Christian Hoyer(li.), Mit-Autor der Publikation „Zwei Tonquellen der Welt“ und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Ernst und Gisela Paul-Stiftung Rainer Pasta (re.). Die Stiftung finanzierte Übersetzung und Druck der Ausgabe.

 

Musikinstrumentenbau und Sozialdemokratie – Skizzen aus der Musikstadt Schönbach und ihrer bayerischen Nachfolgerin Bubenreuth

Der Historiker Dr. Christian Hoyer bietet mit seinem Beitrag „Musikinstrumentenbau und Sozialdemokratie – Skizzen aus der Musikstadt Schönbach und ihrer bayerischen Nachfolgerin Bubenreuth“ in der Publikation „Zwei Tonquellen der Welt“ der Seliger-Gemeinde einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Sozialdemokratie der beiden Orte.

„Soviel ist sicher“, schreibt Christian Hoyer, „Im Geigenbauerstädtchen Schönbach gab es eine eigene, sehr rege Ortsgruppe der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Ersten Tschechoslowakischen Republik (DSAP). In der Sammlung des Bubenreuther Museumsvereins hat sich ein Dokument erhalten, das die Kandidaten der DSAP zur Wahl der Stadtvertretung von 1931 auflistet. Beachtliche 45 verschiedene Personen sind in der Kandidatenliste der etwa 4.000 Einwohner zählenden Musikstadt zu finden“. Daneben gab es auch noch einen Arbeiter-Turnverein Schönbach (ATUS) mit einer Fanfarenkapelle. Grund für diese starke Arbeiterbewegung war das Abhängigkeitsverhältnis der Schönbacher Hausgewerbetreibenden, der Geigen- und Schachtelmacher von den Marktneukirchner Instrumentenhändlern, die sich eine Art Monopol erarbeitet hatten. Die prekären Lebensverhältnisse der Instrumentenbauer beschreibt Wenzel Jaksch in seiner Sozialreportage, die das Kernstück der Publikation darstellt.

Infolge der Wirtschaftskrise, so beschreibt Christian Hoyer die Situation weiter, wurde Schönbach zum Notstandsgebiet. Der Musikinstrumentenbau brach komplett ein, was allein in Schönbach 1.100 Arbeitslose zur Folge hatte – deren Familienmitglieder nicht mitgezählt. Die Folgen sind bekannt. Neben dem Schönbacher Parteivorsitzenden Johann Langhammer, der nach Dänemark und Schweden flüchtete, gelang auch den Brüdern Josef, Johann und Anton Buchner die Flucht nach England bzw. Kanada. Anderen Schönbacher Sozialdemokraten erging es nicht so gut, schreibt Hoyer. Sie wurden monatelang im KZ Dachau inhaftiert.

Josef Buchner gründete später die Seliger-Gemeinde in Regensburg. Johann Langhammer wurde, nachdem sich die Schönbacher Instrumentenbauer in Bubenreuth niedergelassen hatten, Kreisvorsitzender der SPD, der AWO und der Seliger-Gemeinde. Dass es zu einer konzentrierten Niederlassung der Schönbacher in Bubenreuth kam ist eine andere Geschichte – eine Geschichte die von Mut, Weitsicht und gelebter Willkommenskultur und gelungener Integration erzählt.

Nur so viel: Die 415 Einwohner der Gemeinde Bubenreuth hatten sich 1949 bereit erklärt 2000 (!) Schönbacher aufzunehmen. Es entstand eine eigene Siedlung am Eichenplatz, dem heutigen Festplatz des von den Schönbachern „mitgebrachten“ Spitalfestes.

Dr. Christian Hoyer ist Vorsitzender des 2009 gegründeten Museumsverein Bubenreutheum e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dieses einzigartige kulturhistorische Erbe von „Musik und Integration“ zu bewahren und damit auch die Schicksale der sudetendeutschen Sozialdemokraten aus dem böhmischen Musikwinkel zu würdigen.

Modell der Schönbacher Geigenbauer-Siedlung in Bubenreuth als Modell im Museum Bubenreutheum mit dem Eichenplatz in der Bildmitte

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