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Frühjahrsseminar 2025

Veröffentlicht am 06.05.2025 in Allgemein

Die Ausstellungsmacher Dr. Thomas Oellermann (li.) und Rainer Pasta (re.) mit den beiden Alt-Präsidenten Dr. Helmut Eikam (2. li.) und Albrecht Schläger, MdL a.D. (2.v.re) bei der Deutschland-Premiere der Ausstellung zu den frühen Werken von Georg Hans Trapp anläßlich des Frühjahrsseminars der Seliger-Gemeinde in Bad Alexandersbad.

 

Werke mit großer künstlerischer Kraft, die das Publikum anzusprechen

Deutschland-Premiere der Ausstellung „GHT – frühe Werke von Georg Hans Trapp des Zeichners von Flossenbürg“

Anläßlich des Frühjahrsseminars der Seliger-Gemeinde in Bad Alexandersbad präsentierten die Ausstellungsmacher Dr. Thomas Oellermann und Rainer Pasta erstmals die im Rahmen des Projektes „Nie wieder 2025“ entstandene Ausstellung mit 13 frühen Werken des sudetendeutschen Sozialdemokraten Georg Hans Trapp erstmals der Öffentlichkeit.

„Zeitungen und Zeitschriften waren neben dem Rundfunk das bedeutendste Medium der Zwischenkriegszeit. Sie informierten und versorgten die Anhänger von Gewerkschaften und Parteien mit programmatischen Texten. Während die Druckerzeugnisse der 20er Jahren vor allem Textseiten waren, setzte man vermehrt auf Fotos und illustrative Elemente“, führte Thomas Oellermann in die Thematik ein.

Georg Hans Trapp, geboren im nordböhmischen Eichwald, war der Illustrator der sudetendeutschen Sozialdemokratie. Er schuf für die verschiedenen Zeitungen, für die Organe sozialdemokratischer Verbände und für Buchtitel zahlreiche Illustrationen, die immer auch einen politischen Anspruch verkörperten. Trapp illustrierte aus tiefster Überzeugung. Er stammte aus einfachsten Verhältnissen und musste einen steinigen Weg gehen, um letztendlich von seiner Kunst leben zu können.

Durch seine Werke gegen den Nationalsozialismus setzte er sich großer Gefahr aus. Nach dem Münchener Abkommen emigrierte Trapp von daher mit seiner Frau nach Norwegen und engagierte sich in einem Spielwarenkollektiv, das sudetendeutsche Flüchtlinge dort gegründet hatten. Beim Einmarsch der Wehrmacht 1940 wurden die Eheleute Trapp inhaftiert und nach Deutschland verschleppt. Georg Hans Trapp kam nach Flossenbürg, wo er das Leiden der nationalsozialistischen Unterdrückung erlebte. Er überlebte die Schrecken und gelangte kurz nach Kriegsende mit seiner Frau nach Schweden. Hier entstanden die bekannten und zugleich so schockierenden Zeichnungen zu den erlebten Schrecken von Flossenbürg.

„Georg Hans Trapp ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. 80 Jahre nach Kriegsende wollen wir auf das Werk dieses politischen Künstlers erinnern und stellen sein Frühwerk aus der Tschechoslowakei in den Vordergrund. Es sind dies Werke mit großer künstlerischer Kraft, die das Publikum anzusprechen“, so Oellermann zum Schluss seiner Ausführungen.

Der erste Wenzel-Jaksch-Preis der Seliger-Gemeinde ging 1968 an GHT

„An Georg Hans Trapp wurde am 7. Dezember 1968 in Bonn der erste Wenzel-Jaksch-Preis der Seliger-Gemeinde verliehen. In seiner Laudatio führte der damalige Vorsitzende Ernst Paul aus: “Sein Lebenswerk gilt der Wahrung des Vermächtnisses der sudetendeutschen Arbeiterbewegung“, so Rainer Pasta, der die Ausstellung technisch umgesetzt hat.

„Georg Hans Trapp und Ernst Paul verband mehr als die gemeinsame politische Heimat. Beide stammten aus Nordböhmen, wurden keine 30 Kilometer voneinander geboren und waren fast gleich alt. Ernst Paul wurde 1897 in Steinsdorf geboren, Georg Hans Trapp 1900 in Tischau. Paul absolvierte eine Schriftsetzerlehre, Trapp erlernte den Beruf des Glasgraveurs“, so Pasta, der u.a. auch Vorstandsvorsitzender der Ernst und Gisela Paul-Stiftung ist, die den Ausstellungskatalog finanzierte.

1971 wurde die Ausstellung „Das Antlitz der Opfer“ eröffnet und eine entsprechende Publikation herausgegeben. „Dokumente aus einer barbarischen Zeit“ nannte Ernst Paul die Werke Trapps in seinem Vorwort. „Es freut uns sehr, dass nun ein weiterer Teil des Schaffens von Georg Hans Trapp verbildlicht wird. Als Ernst und Gisela Paul-Stiftung unterstützen wir diese Ausstellung und die dazugehörende zweisprachige Publikation aus fester Überzeugung“, schloss Rainer Pasta seine Ausführungen.

Anschließend hatten die Teilnehmer des Frühjahrsseminars der Seliger-Gemeinde Zeit sich auf die Bilder mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten einzulassen.

Bilder der Ausstellung

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