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Bundesversammlung 18.10.2025

Veröffentlicht am 22.10.2025 in Allgemein

Geburtstagskinder, Jubilare und neugewählte Beisitzer mit Bundesvorsitzender Helena Päßler (4.v.li.) und den Präsidiumsmitgliedern Ulrich Miksch (3.v.re.) und Thomas Oellermann (re.): v.l. Tobias Wudy, Volkmar Harwanegg, Anna Stvrtecky, Anita Berek, Christian Reppe, Herta Langosch-Schecker, Eduard Göttlicher, Erika Kalkofen-Frahne, Herbert Schmid, Gerhard Barenbrügge, und Christa Naaß

 

„Wir bekennen uns klar zu einem freien und demokratischen Europa“

Bundesversammlung der Seliger-Gemeinde überschattet vom Tod ihrer Ehrenvorsitzenden Olga Sippl

Bei ihrer Bundesversammlung am 18. Oktober im Rahmen des Herbstseminars 2025 in Bad Alexandersbad begrüßten Helena Päßler und Christa Naaß unter den Anwesenden besonders die Ehrengäste Bürgermeisterin Anita Berek, Wenzel-Jaksch-Preisträger Petr Brod, die Altpräsidenten Albrecht Schläger, MdL a.D. und Dr. Helmut Eikam sowie Libor Rouček, Klaus Adelt, MdL a.D., und Jörg Nürnberger, MdB a.D..

Die Bundesvorsitzenden überbrachten der Versammlung die traurige Nachricht vom Ableben unserer Ehrenvorsitzenden Olga Sippl. Aus gegebenem Anlass wurde die Totenehrung vorgezogen. Neben den seit der letzten Bundesversammlung verstorbenen Mitglieder der Seliger-Gemeinde wurde Olga Sippl, die in der Nacht auf den 18.10.2025 105-jährig verstorben ist, besonders gedacht.

Anita Berek, die Bürgermeisterin von Bad Alexandersbad und Mitglied der Seliger Gemeinde, begrüßte anschließend die Teilnehmenden in Bad Alexandersbad. Sie wies in ihrem Grußwort insbesondere darauf hin, dass die Geschichte nicht vergessen werden dürfe und auch für die Jugend am Leben gehalten werden müsse. Nur so könne bei jungen Menschen das entsprechende Interesse geweckt werden und somit die Geschichte vor dem Vergessen bewahrt werden.

„EsGehtUmAlles“

Als nächsten Programmpunkt präsentierten Christa Naaß, Helena Päßler, Dr. Thomas Oellermann und Ulrich Miksch einen bebilderten Tätigkeitsbericht über die Aktivitäten der Seliger-Gemeinde seit der letzten Bundesversammlung ab. Im umfangreichen Reigen der Tätigkeiten stach vor allem das diesjährige Projekt der Seliger-Gemeinde „Nie wieder: 80 Jahre Kriegsende – Es geht um Alles“ heraus. Es wurde eine eigene Homepage mit entsprechenden deutschen und tschechischen Texten erstellt und gepflegt. Die Texte sind auf der Homepage www.EsGehtUmAlles.eu veröffentlicht. Ferner wurde eine Ausstellung mit den Zeichnungen von Georg Hans Trapp erstellt und bereits einige Male gezeigt. Mit dem Gedenkbuch „Es ging um Alles – Gedenkbuch der Sudetendeutschen Sozialdemokratie“ wird an viele verfolgte sudetendeutsche Sozialdemokraten erinnert.

Ein weiteres Glanzlicht war das diesjährige Frühjahrsseminar, bei dem eine Exkursion nach Tachau auf dem Plan stand. Neben dem Gedenken am Mahnmal der Todesmärsche stellte Sabine Schöbel ihr Filmprojekt über eine jüdische Familie in Tachau vor. Es folgte eine Fahrt nach Flossenbürg: dort wurde die Gedenkstätte besucht un ein feierlicher Gedenkakt abgehalten. Zurück in Bad Alexandersbad berichtete Familie Ullmann aus Großbritannien über ihr Familienschicksal in Bezug auf die sog. Antifa-Transporte. Ferner konnte beim Frühjahrsseminar die Ausstellung zu Georg Hans Trapp vorgestellt werden.

Auf dem Sudetendeutschen Tag war die Seliger Gemeinde mit einem Stand und drei Veranstaltungen vertreten. Dabei wurde die o.g. Ausstellung gezeigt und das Gedenkbuch vorgestellt. Ferner wurde erstmals eine Druckwerkstatt in Kooperation mit dem Campus Asyl in Regensburg angeboten.

Die heurige Studienfahrt führte wieder nach Prag. Beim Empfang der Seliger-Gemeinde hielt u.a. Wenzel-Jaksch-Preisträger (2024) Vladimír Špidla eine Rede. Ferner wurde die Stadt Kladno besucht sowie die Stadt Bodenbach, hier insbesondere das Volkshaus (derzeit: Kinder- und Jugendhaus). Die Broschüre zur Studienfahrt wurde beim Seminar verteilt.

Im Zuge des Vertriebenenempfangs der BayernSPD-Landtagsfraktion wurde der Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis 2025 an Petr Brod verliehen, welche eine herausragende Dankesrede hielt, welche nun auch verschriftlicht und veröffentlicht werden soll.

Es folgte zum Schluss ein Hinweis auf das nächstjährliche Jubiläum „75 Jahre Seliger Gemeinde“, zu dem einige Veranstaltungen geplant sind.

Die Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer“ wurde 2025 in Dortmund, Düsseldorf und Pirna gezeigt. Auf dem SPD-Bundesparteitag der SPD konnte die Trapp-Ausstellung gezeigt werden, ebenso am Gymnasium in Teplice. Weitere Termine sind in Vorbereitung, u.a. in Pirna.

„100 Jahre Heidelberger Programm und die Zukunft Europas“

Jörg Nürnberger, MdB a.D., als Vorsitzender des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums referierte im nächsten Programmpunkt über „100 Jahre Heidelberger Programm der SPD“. Dabei legte er den historischen Hintergrund und die Entstehungsgeschichte des Heidelberger Programms dar. Ferner ging er auf die inhaltlichen Punkte des Heidelberger Programms (insbesondere der Vision der vereinigten Staaten von Europa) ein und stellte die Verbindung zur jetzigen Zeit her.

So vorbereitet stellte anschließend Bundesvorsitzende Christa Naaß die von Präsidium und Bundesvorstand erarbeitete Resolution „100 Jahre Heidelberger Programm und die Zukunft Europas“ vor, der Wortlaut der Resolution lag den Teilnehmenden der Bundesversammlung vor. Der Inhalt der Resolution, die als Tischvorlage bereitlag, wurde vom Präsidium erläutert und der Bundesversammlung die Möglichkeit der Aussprache gegeben.

In der Diskussion wurde vorgeschlagen, eine Präambel mit folgendem Wortlaut einzufügen:
„Als Nachfolgeorganisation der sudetendeutschen Sozialdemokratie wissen wir um die große politische Bedeutung des Heidelberger Programms. Die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP) verfolgte Zeit ihres Bestehens die gleiche Politische Zielsetzung. Wir bekennen uns klar zu einem freien und demokratischen Europa.“

Libor Roucek sprach sich bei seiner Wortmeldung und seinen ausführlichen zusätzlichen Erklärungen für die vereinigten Staaten für Europa aus und die Resolution wurde anschließend einstimmig angenommen.

Im Weiteren gab Volkmar Harwanegg für die Gebietsgruppe Österreich seinen Bericht ab.
Bei den Neuwahlen der Gebietsgruppe Österreich wurden alle Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Derzeit habe die Gruppe über 30 Mitglieder. Zudem hat sich die Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft erfreulicherweise deutlich verbessert, so Harwanegg. Die Ausstellungen der Seliger Gemeinde wurden in Linz und Wien gezeigt. Es ist geplant, dass sich die Gebietsgruppe zum nächstjährigen Geburts- und Todestag von Wenzel Jaksch mit einer Aktion beteiligen werden.

Ernst und Gisela Paul – Stiftung in der Abwicklung

Vorstandsvorsitzender Rainer Pasta berichtete über die Ernst und Gisela Paul – Stiftung. Die Stiftung befände sich in Auflösung und werde abgewickelt. Hierzu besteht ein von der Aufsichtsbehörde genehmigter Ausgabenplan bis 2036. In den geplanten Langzeitprojekten würden vor allem Schriften zur Sozialdemokratischen Arbeiterbewegung erstellt, digitalisiert bzw. gedruckt oder Übersetzungen finanziert werden. Es soll ferner eine Biografie von Ernst Paul erstellt werden und ein Dokumentarfilm sei in Vorbereitung. Bis 2036 könnten aber auch weiterhin interessante Projekte unterstützt werden. Gerne können Vorschläge für Projektunterstützung eingereicht werden, so Pasta.

Kassenführung einwandfrei

Schatzmeister Rainer Pasta verlas anschließend den Kassenbericht. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Spenden 2025 deutlich abgenommen hätten. Hier möge jede Person prüfen, ob die Jahresspende bereits geleistet wurde bzw. eine Jahresspende geleistet werden kann, so der Aufruf des Schatzmeisters.

Der Entwurf des Haushaltsplans für 2026 wurde anschließend erläutert. Im Großen und Ganzen stelle sich die finanzielle Lage nach wie vor stabil dar.

Herbert Schmid gab den Revisionsbericht ab und bestätigte eine einwandfreie Kassenführung im Prüfungszeitraum vom 01.09.2023 bis 30.09.2025, sodass die Entlastung der Vorstandschaft vorgeschlagen und, unter Enthaltung der Betroffenen, einstimmig per Akklamation beschlossen wurde.

Wahlen

Wahlleiter Jörg Nürnberger führte mit dem einstimmig bestätigten Wahlausschuss die anstehenden Wahlen durch. Das Präsidium, bestehend aus Helena Päßler, Christa Naaß, Rita Hagl-Kehl Dr. Thomas Oellermann und Ulrich Miksch, wurde in geheimer Wahl einstimmig bestätigt. Wie gehabt wurden die Altpräsidenten Dr. Peter Becher, Albrecht Schläger und Dr. Helmut Eikam zur Kooptierung vorgeschlagen und einstimmig bestätigt.

Auch die Wahl der Schatzmeister bestätigte die aktuelle Besetzung: Rainer Pasta und stellvertretend Karin Hagendorn.

Für die Wahl der beiden gleichberechtigten Schriftführer standen Max Wiltschka und Christian Reppe zur Verfügung – beide wurden im Amt bestätigt.

Für die Wahl der beiden Revisoren wurden Harald Zahel und Peter Kögler vorgeschlagen und einstimmig bestätigt.

Die große Zahl der Beisitzer*innen im Bundesvorstand wurden per Akklamation mit folgendem Ergebnis bestätigt:

  • Gebietsgruppe BadenWürttemberg: Gunther Wagner, Wolfgang Patrovsky
  • Landesverband Bayern: Gerhard Barenbrügge, Klaus Adelt, Gerti Bock, Rosi Hofmann, Jason Heidler, neu: Anita Berek und Tobias Wudy
  • Gebietsgruppe Hessen: Bernd Klippel, Markus Harzer
  • Gebietsgruppe Nord: Karsten Krüger, neu: Erika KalkoferFrahne
  • Österreich: Marianne Hagenhofer, Thomas Lösch
  • Tschechien: neu: Anna Stvrtecky

Des Weiteren wurde eine Reihe von Personen aufgrund ihrer Position kooptiert:

  • Rainer Pasta für die Ernst und Gisela-Paul-Stiftung
  • Jörg Nürnberger als Verbindungsmann zur SPD
  • Volkmar Halbleib als vertriebenenpolitischer Sprecher der BayernSPD
  • Volkmar Harwanegg als Gruppensprecher für Österreich
  • Andreas Höpfner als Gruppensprecher für BadenWürttemberg
  • Peter Wesselowsky als Landesvorsitzender Bayerns
  • Siegfried Träger als Gruppensprecher für Hessen
  • Ulrich Miksch als Gruppensprecher für die Gruppe Nord
  • Libor Roucek für die Gebietsgruppe Tschechien.
  • Harry Hofbauer für die Gebietsgruppe Schweden

Alle Kandidierenden hatten die Wahl angenommen.

Wünsche und Anträge

Im Folgenden Programmpunkt befasste sich die Bundesversammlung mit mehreren Anträgen bzw. Erklärungen.

Der von Jörg Nürnberger gestellte Antrag „Zur Zukunft der tschechischen Sozialdemokratie“, der der Bundesversammlung vorlag, wurde vom Antragsteller vorgestellt und begründet. Es folgt eine kurze, sehr zustimmende Aussprache durch die Mitglieder der Bundesversammlung und der Antrag wird anschließend einstimmig per Akklamation beschlossen.

Die Anregung von Waldemar Deischl, sich an der auf change.org veröffentlichten Petition „Ehrenplatz für Wilhelm Hoegner in der Walhalla“ zu beteiligen, wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Eine Aufforderung hierzu soll an alle demokratischen Fraktionen im Bayerischen Landtag versendet werden.

Angeregt durch Holger Martens (AvS) soll sich auch die Seliger-Gemeinde am Historischen Forum der SPD beteiligen. Dieses Ansinnen fand eine breite Mehrheit und wurde einstimmig unterstützt. Interessierte können sich jederzeit bei Bundesgeschäftsführer Rainer Pasta melden.

Abschließend informierte Thomas Oellermann darüber, dass zum nächstjährigen 75. Jubiläum des Bestehens der Seliger-Gemeinde ein Papier zu „kritischen Themen“ erstellt werden soll. Hierin werde über Abspaltungen einzelner Personen und Gruppierungen von der Seliger-Gemeine berichtet und ferner inhaltliche Kritikpunkte dieser Personen dargelegt. Eine genauere Ausarbeitung (nicht länger als zehn Seiten) erfolgt in weiteren Schritten – um Mithilfe wurde gebeten.

Abschließend erfolgte die Ehrung langjähriger Mitglieder und die Gratulation an die Geburtstagsjubilare der Mitglieder durch das Präsidium. Alle Jubilare und die neugewählten Beisitzer erhielten eine rote Nelke.

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