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Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis 2026

Veröffentlicht am 23.06.2026 in Allgemein

Petr Kalousek (stehend) sowie weitere Vertreter der Brünner Initiative beim Empfang der Seliger-Gemeinde vor der Preisverleihung im Maximilianeum

 

Meeting Brno für Beitrag zur deutsch-tschechischen Verständigung ausgezeichnet

Das Festival „Meeting Brno“, das in diesem Jahr auch Sudetendeutsche nach Tschechien eingeladen hatte, ist für seinen Einsatz für die Völkerverständigung ausgezeichnet worden. Vertreter des Festivals nahmen am Samstag im Bayerischen Landtag den Wenzel-Jaksche-Gedenkpreis der Seliger-Gemeinde sowie den Brückenbauerpreis der bayerischen Sozialdemokratie entgegen.

In ihrer Begründung betonte die Jury, dass echte Versöhnung nur durch persönliche Begegnungen und den gemeinsamen Willen zur historischen Wahrheit möglich sei. Diese Überzeugung bilde seit jeher die Grundlage des Festivals, erklärte die Sprecherin von Meeting Brno, Markéta Beková. Ziel sei es, historische Verantwortung in ein lebendiges europäisches Miteinander zu verwandeln.

Mitgründer David Macek hob bei der Preisverleihung hervor, dass die Auszeichnung vor allem den vielen Menschen gelte, die bereit gewesen seien, aufeinander zuzugehen. „Wenn wir heute zurückblicken, sehen wir nicht in erster Linie unsere eigene Arbeit. Wir sehen Hunderte und Tausende von Menschen, die den Mut hatten, einander zuzuhören und trotz einer schmerzhaften Vergangenheit gemeinsam nach Wegen in die Zukunft zu suchen“, sagte Macek.

Nach seinen Worten versteht das Festival die Ehrung zugleich als Ansporn für die weitere Arbeit. Es gehe darum, Räume für Begegnungen zu schaffen, in denen aus Erinnerungen Versöhnung und aus Versöhnung neue Verantwortung entstehen könne.

Der Namensgeber des Preises, Wenzel Jaksch, war eine prägende Persönlichkeit der sudetendeutschen Sozialdemokratie. Während des Zweiten Weltkriegs vertrat er im Exil die sudetendeutschen Antifaschisten. Jaksch lehnte das Prinzip der Kollektivschuld ebenso ab wie die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach Kriegsende. Er engagierte sich in der Seliger-Gemeinde, die sich den Traditionen der Sozialdemokratie und des Antifaschismus verpflichtet fühlt.

Meeting Brno ist ein internationales Festival, das den Dialog zwischen Kulturen, Religionen und Generationen fördert. In diesem Jahr fand im Rahmen des Festivals erstmals in Tschechien ein Sudetendeutscher Tag statt. Die Veranstaltungen zogen Tausende Besucher an, gleichzeitig kam es auch zu Protesten gegen die Zusammenkünfte. Sowohl das Festival als auch der Kongress verliefen jedoch ohne größere Zwischenfälle.

Die von der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK herausgegebene Meldung wurde von  iDNES.cz und dem Portal Atlas/Centrum veröffentlicht.

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