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Ausstellung "Böhmen liegt nicht am Meer"

Veröffentlicht am 07.09.2026 in Allgemein

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„Böhmen liegt nicht am Meer“ im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn

Es sind Lebensgeschichten von Mut, politischer Überzeugung, Verfolgung und Flucht: Vom 15. September bis 12. Oktober 2026 zeigt das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn die Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer – Lebenswege sudetendeutscher Sozialdemokraten“. Präsentiert wird sie in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Seliger-Gemeinde.

Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 15. September 2026, um 19 Uhr in der Stresemann-Galerie des GSI.

Im Mittelpunkt stehen Frauen und Männer, die für soziale Rechte, Demokratie und die Verständigung zwischen den Nationalitäten eintraten. Nach 1933 und besonders nach dem Münchner Abkommen von 1938 bezahlten viele von ihnen ihre Haltung mit Verfolgung, Konzentrationslager, Flucht und Exil.

Zu ihnen gehörte Anna Altmann, die bereits als 15-jährige Arbeiterin an einem Streik gegen ungerechte Entlohnung beteiligt war. Alois Ullmann, führender Funktionär des Arbeiter-Turn- und Sportverbandes ATUS, wurde von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Josef Seliger, der spätere Namensgeber der Seliger-Gemeinde, setzte sich früh für ein demokratisches Zusammenleben der verschiedenen Nationalitäten in Böhmen und Mähren ein.

Zur Eröffnung spricht der Historiker Dr. Thomas Oellermann von der Friedrich-Ebert-Stiftung Prag. In seinem Gedenkbuch „Es ging um alles“ hat er die Lebensgeschichten von rund 1.200 sudetendeutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zusammengetragen, die sich in Zeiten von Diktatur und Verfolgung für Freiheit und Demokratie einsetzten.

Die Ausstellung macht damit eine oft vergessene Seite sudetendeutscher Geschichte sichtbar: Neben Nationalismus, Krieg und Vertreibung gab es eine starke demokratische Tradition von Menschen, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten.

Die Ausstellung ist vom 15. September bis 12. Oktober 2026 täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am 8. Oktober findet zudem eine Führung in Verbindung mit einem Besuch des Archivs der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung statt.

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