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Besuch aus Schweden

Veröffentlicht am 01.09.2023 in Allgemein

Besuch der schwedischen Gruppe im Sudetendeutschen Museum in München - Text und Foto: Ulrich Miksch

 

Sieben Schweden erforschen ihre sudetendeutschen Wurzeln

Sieben Nachfahren sudetendeutscher Sozialdemokraten aus Malmö und Umland reisten Anfang August in die Vergangenheit ihrer vier Familien, die entweder 1938 direkt aus der Tschechoslowakei oder dann nach der Vertreibung Ende der 1940er Jahre aus Westdeutschland nach Schweden emigrierten. Uli Miksch begleitete die Reisegruppe bei ihrer Spurensuche.

Nachdem sie die Herkunftsorte in Nord- und Westböhmen schon in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit ihren Angehörigen besucht hatten,  gingen sie diesmal jedoch den Darstellungen des Schicksals der Vertreibung in Deutschland und Tschechien auf die Spur, die in den letzten Jahren entstanden sind. In Berlin wart es das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung; in Aussig die Ausstellung „Unsere Deutschen“ und schließlich wurde als Schlusspunkt das Sudetendeutsche Museum in München besucht.

Die Enkelgeneration, die in Schweden außer der innerfamiliären Überlieferung kaum Einordnungen ihres Familienschicksals erfahren konnte, war um so dankbarer, in Deutschland wie in Tschechien Hilfe zu finden. Die Familien Hofbauer und Mlnarik emigrierten 1938 aus Prag, kamen aus Teplitz-Schönau und aus Tuschkau und Hradzen etwa 30 Kilometer westlich von Pilsen. Die Familien Weigel und Knobloch emigrierten nach der Vertreibung aus Losdorf bei Tetschen-Bodenbach und aus der Nähe von Haida; Antifa-Transporte führten sie erst nach Hessen und nach Bayern, von wo aus sie 1948 und 1950 nach Schweden gelangten.

Durch das Büro der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Hag-Kehl konnte die schwedische Gruppe auch den Bundestag besuchen, vor allem im Keller die Kunst-Installation des Franzosen Christian Boltanski „Archiv der Deutschen Abgeordneten“ von 1999, wo alle demokratisch gewählten Abgeordneten bis 1999 durch einen Metallkasten mit Aufkleber repräsentiert werden. Darunter die drei sudetendeutschen Sozialdemokraten

Richard Reitzner, Wenzel Jaksch und Ernst Paul, der von 1949 bis 1969 Mitglied des Deutschen Bundestages, ab 1938 bis 1946 aber die Hauptperson im schwedischen Exil war.

In Aussig empfing die Gruppe der Direktor des Collegium Bohemicum in der Ausstellung „Unsere Deutschen“, an der noch immer gearbeitet und verbessert wird. Eine besondere Ehre war es für Petr Koura, daß die beiden Enkel Peter und Robert von Josef Hofbauer dabei waren. Sie hatten vor über zehn Jahren den Nachlass ihres Großvaters in das Collegium Bohemicum gegeben, und schließlich landeten einige Dokumente in der Ausstellung als Beispiel für einen der Wege von Sudetendeutschen nach 1938, nämlich den Weg ins Exil.

In München schließlich wurde die Gruppe von Ingrid Sauer im Bayerischen Hauptstaatsarchiv begrüßt, wo

das Sudetendeutsche Archiv eingearbeitet wird. Viele Dokumente zu den Herkunftsorten, aber auch zu Personen hatte Sauer herausgesucht und sie dort durch die Gruppe einsehen. Ein erster Eindruck, der den Schweden nahebrachte, was alles auch aus dem schwedischen Exil – der Briefwechsel von Ernst Paul in Stockholm mit Karl Kern in Malmö ist beispielsweise aufbewahrt – auch in München zu finden ist.

Zum Abschluss wurde das Sudetendeutsche Museum besucht mit einer offiziellen Führung, die einen guten Überblick über die Sammlung geben konnte. Das Václav-Havel-Zitat im Eingangsbereich des Sudetendeutschen Museums „Nichts Geringeres und nichts Größeres als das Erlebnis namens Heimat“ könnte auch als Motto über der Reise der schwedischen Nachkommen sudetendeutscher Sozialdemokraten durch Deutschland und Tschechien gestanden haben.

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