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Buchvorstellung

Veröffentlicht am 29.06.2021 in

ISBN: 3835338277 - EAN: 9783835338272

1933-1939 – Die Sudetenkrise und das Ende der Demokratie

aus: Milena Jesenská - Prager Hinterhöfe im Frühling: Feuilletons und Reportagen 1919-1939

Milena Jesenská (1896-1944) stammte aus einer bürgerlichen Prager Familie und zog 1918 nach Wien. Dort begann sie, für die tschechische Zeitung »Tribuna« erste Reportagen über das Leben in Wien zu schreiben und übersetzte sie ins Tschechische. Der erste Teil des Buches „Prager Hinterhöfe im Frühling: Feuilletons und Reportagen 1919-1939“ befasst sich mit dieser Zeit und beschreibt die Lebensumstände in Wien 1919-1924. Ihre Berichte aus dem Wiener Alltag widmen sich vor allem sozialen Ungerechtigkeiten und den armen Bevölkerungsschichten. 1925 kehrte Jesenská als erfolgreiche Journalistin nach Prag zurück. So beschreibt der zweite Teil des Buches das Leben in Prag in den Jahren 1925-1930. Die Prager Zeit als Mode- und Familienfeuilletonistin zeigt einen intensiven Kampf um eine neue Frauenrolle.

Den politischen Höhepunkt bilden die Reportagen aus den Sudetengebieten 1937 bis 1939, die im dritten Teil des Buches abgedruckt sind. Jesenskás unvoreingenommener Blick sieht vor allem diejenigen Deutschen, die als Nichtmitläufer zwischen nationalsozialistischer und tschechischer Front verloren sind.

Nach dem „Anschluss“ an Hitlerdeutschland arbeitet sie im Widerstand, wird verhaftet und kommt am 17. Mai 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück um.

Das Werk Milena Jesenskás war bisher fast unbekannt, ihr Leben dagegen viel bekannter, allerdings unzulässig verkürzt als "die Freundin von Franz Kafka". Tatsächlich sind ihre Essays und Reportagen von 1919 bis 39 ein wichtiges Dokument über die Nach- und Zwischenkriegsjahre. In der tschechischen Kulturgeschichte ist Milena Jesenskás Bedeutung spätestens seit einer großen Werkausgabe von 2016 erkannt. Hierin wurden nach langen Recherchen insgesamt 1091 Artikel, Feuilletons und Reportagen aus den Jahren zwischen 1919 und 1939 gesammelt. Mit einer Textauswahl daraus kann man die engagierte und undogmatische Journalistin nun auch hierzulande entdecken.

Für „Prager Hinterhöfe im Frühling: Feuilletons und Reportagen 1919-1939“ hat Alena Wagnerová 79 Texte davon ausgewählt. Wagnerová stellt in diesem Band einzigartige Dokumente zusammen, die das großartige journalistische Werk Jesenskás wieder sichtbar machen.

Die Frankfurter Allgemeine schreibt u.a. 2020: Erst 1937 fand Milena Jesenská zum Journalismus zurück. Für das Politik-Ressort der liberal-demokratischen Wochenzeitschrift "Prítomnost" schrieb sie eine gründlich recherchierte Artikelserie zur Lage des sogenannten Sudetenlandes unmittelbar vor und nach dem Münchner Abkommen sowie einfühlsame Berichte über die nur wenige Monate später erfolgte Okkupation des verbliebenen tschechoslowakischen Staatsgebiets. Diese Texte gehören zu den eindrücklichsten des Auswahlbandes "Prager Hinterhöfe im Frühling", den die Jesenská-Kennerin Alena Wagnerová zusammengestellt und Kristina Kallert übersetzt hat. Beim Lesen taucht man nicht nur tief in das Geschehen jener angespannten Jahre und Tage ein, sondern bekommt vor allem ungeheure Hochachtung vor der Haltung unserer nahen fernen böhmischen Nachbarn.

Die 25 ausgewählten Artikel sind von beeindruckender Deutlichkeit, denn sie befassen sich u.a. mit den Schwächen der Demokratie und der enttäuschten Arbeiterschaft. Mit den Erfahrungen der Emigration, dem Terror der SdP im Vorfeld des Münchner Abkommens, einem Tagebuch im September 1938, den akuten Folgen des Umbruchs im Sudetenland und der Annexion der Rest-Tschechei dokumentiert sie mit Ihren Artikeln Zeitgeschichte wie keine andere.

 

Zwei Ausgewählte Artikel kurz zusammengefasst:

Welche Front wollen wir? (12.3.1933)

Die Gestrandeten (27.10.1937)

 

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