
Dr. Thomas Oellermann präsentierte den Oberstufenschülerinnen und -schülern im Vortragssaal des Gymnasiums Teplice/Teplitz die „GHT – frühe Werke von Georg Hans Trapp des Zeichners von Flossenbürg“
„Es geht um alles“
Seliger-Gemeinde präsentiert Ausstellung am Gymnasium Teplitz/Teplice
Nachdem bereits im April 2022 die Seliger-Gemeinde mit Thomas Oellermann, Historiker und Präsidiumsmitglied, die Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer – Lebenswege sudetendeutscher Sozialdemokraten“ am Gymnasium in Teplitz/Teplice zeigen konnte, freute es die Verantwortlichen, dass auch die Ausstellung „GHT – frühe Werke von Georg Hans Trapp des Zeichners von Flossenbürg“ diese Woche im Vortragssaal des Gymnasiums präsentiert werden konnte. Auch hierzu erhielten die Oberstufenschülerinnen und -schüler eine historische Einführung in das Zeitgeschehen und die Person Georg Hans Trapp durch Thomas Oellermann.
Teplitz/Teplice ist eng mit der Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie verbunden. Nicht nur dass die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei (DSAP) nach der Gründung der Tschechoslowakei 1919 hier gegründet wurde, auch viele bekannte und prägende Akteure der sudetendeutschen Sozialdemokratie lebten und arbeiteten hier, auch bereits vor 1919, als sie noch zur österreichischen Mutterpartei gehörten.
Mit Martin Rak hat die Seliger-Gemeinde einen festen Ansprechpartner am Gymnasium in Teplice/Teplitz wenn es darum geht eine Ausstellung zu zeigen. Dem engagierten Lehrer gelingt es immer wieder, seine Schülerinnen und Schüler für ein geschichtliches Thema zu begeistern und mit der Ausstellung zu Georg Hans Trapp hat er wieder ins Schwarze getroffen.
Die eindrucksvollen schwarz-weiß Bilder weckten das Interesse der Jugend und Thomas Oellermann konnte den geschichtlichen Hintergrund vermitteln: Zeitungen und Zeitschriften waren neben dem Rundfunk das bedeutendste Medium der Zwischenkriegszeit. Sie informierten und versorgten die Anhänger von Gewerkschaften und Parteien mit programmatischen Texten. Während die Druckerzeugnisse der 20er Jahren vor allem Textseiten waren, setzte man vermehrt auf Fotos und illustrative Elemente.
Auch die Person Georg Hans Trapp mit seinem bewegten Lebenslauf, interessierte die Oberstufe des Teplitzer Gymnasiums: Trapp, geboren im nordböhmischen Eichwald, war der Illustrator der sudetendeutschen Sozialdemokratie. Er schuf für die verschiedenen Zeitungen, für die Organe sozialdemokratischer Verbände und für Buchtitel zahlreiche Illustrationen, die immer auch einen politischen Anspruch verkörperten. Trapp illustrierte aus tiefster Überzeugung. Er stammte aus einfachsten Verhältnissen und musste einen steinigen Weg gehen, um letztendlich von seiner Kunst leben zu können.
Durch seine Werke gegen den Nationalsozialismus setzte er sich großer Gefahr aus. Nach dem Münchener Abkommen emigrierte Trapp von daher mit seiner Frau nach Norwegen und engagierte sich in einem Spielwarenkollektiv, das sudetendeutsche Flüchtlinge dort gegründet hatten. Beim Einmarsch der Wehrmacht 1940 wurden die Eheleute Trapp inhaftiert und nach Deutschland verschleppt. Georg Hans Trapp kam nach Flossenbürg, wo er das Leiden der nationalsozialistischen Unterdrückung erlebte. Er überlebte die Schrecken und gelangte kurz nach Kriegsende mit seiner Frau nach Schweden. Hier entstanden die bekannten und zugleich so schockierenden Zeichnungen zu den erlebten Schrecken von Flossenbürg.
„Georg Hans Trapp ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. 80 Jahre nach Kriegsende wollen wir an das Werk dieses politischen Künstlers erinnern“, so Oellermann zum Ende seiner Ausführungen.