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Der neue Katalog zur Ausstellung „Unsere Deutschen“ in Ústí nad Labem/Aussig ist wie die Ausstellung selbst, ein buntes Sammelsurium an Geschichten von Persönlichkeiten und Dingen. So bekommen die Leser nicht nur eine Vorstellung vom Gesamtthema der Ausstellung, sondern auch von den bewegten Schicksalen einiger Menschen, die auf dem sogenannten tschechischen Gebiet lebten, aber mindestens acht Jahrhunderte lang deutsch schufen, bauten, zerstörten, dachten und sprachen…
… und natürlich sind auch im Katalog einige Passagen zur sudetendeutschen Sozialdemokratie zu finden.

So u.a. das Portrait des deutschen sozialdemokratischen Journalisten Wenzel Jaksch (1896-1966), entstanden 1939 im Londoner Exil. Oder etwa das Mitgliedsbuch der DSAP, der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakei und des Sozialdemokratischen Arbeiter Rad- und Kraftfahrerbundes von 1937-38. Die Felder für die Mitgliedsmarken für die Jahre 1939 und 1940 bleiben leer – die Nazis haben ab Oktober 1939 die DSAP verboten und ihre Mitglieder verfolgt.
Natürlich darf auch Dr. Ludwig Czech nicht fehlen. Jurist und seit 1929 Miniter der DSAP in verschiednen tschechoslowakischen Regierungen leitete bis 1938 das Ministerium für öffentliche Arbeit, soziale Wohlfahrt und Gesundheit. Wegen seiner sozialen Gesinnung und politischen Ansichten, aber auch wegen seiner jüdischen Abstammung, wurde er Ende der 1930er Jahre von den deutschen Nationalisten angegriffen. Am 23. März 1942 wurde er von Brünn nach Theresienstadt deportiert, wo er nach wenigen Wochen verstarb.

Schließlich findet sich noch eine Reihe zeitgenössischer Plakate und ein Hinweis auf die „Naturfreunde-Bewegung“ in dem Heft. Die Ausstellung in Ústí nad Labem/Aussig hat noch eine ganze Reihe weiterer Exponate zur sudetendeutschen Sozialdemokratie zu bieten.