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Deutsch-Tschechische Beziehungen

Veröffentlicht am 01.06.2022 in Allgemein

Foto: State opera, Jakub Fulín - Text: Ulrich Miksch

 

Rusalka in der Prager Staatsoper

Ein Abstecher ins Musikleben der Goldenen Stadt führte die BayernSPD-Arbeitsgruppe „Europäische Partnerschaft, Vertriebene und Aussiedler, Erinnerungskultur“ an ihrem freien Abend in die Prager Staatsoper. Aufgeführt wurde „Rusalka“ von Antonín Dvořák und auch Ulrich Miksch war dabei.

Das erst zwischen 2017 und 2020 vollständig sanierte Haus, das dabei eine rasante Drehbühne und neue technische Ausstattungen erhielt, bot Dvořáks Spätwerk und meistgespielte Oper mit Anlehnungen an die böhmische Mythenwelt in Seen und Wäldern. In tschechischer Sprache, dem Original-Libretto von Jaroslav Kvapil, so hatte es 1901 im Prager Nationaltheater auch seine Erstaufführung erlebt. Doch bietet die Prager Staatsoper neue technische Möglichkeiten für ein besseres Verständnis auch internationaler Besucher. Über der Bühne projizierte man die tschechischen und englischen Obertitel, sodass die Handlung verständlich blieb. Und als besonderes Zuckerl fand jeder Zuschauer vor sich aufklappbar einen Kleinbildschirm auf dem auch eine deutsche Untertitelung angeboten wurde. So modern und in der äußeren Hülle doch so ganz in der Neurenaissance verputzt, wie es zwischen 1886 und 1887 durch das Wiener Architekten-Büro Fellner & Helmer für den Deutschen Theaterverein errichtet worden war.

Dieses am 5. Januar 1888 eröffnete Neue Deutsche Theater war der deutschen Musikkultur verpflichtet und wurde mit Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ eröffnet. Bis 1938 wurde das Haus vor allem von deutschen Industriellen Prags mit Spenden am Leben gehalten und entwickelte doch auch einen Hang zu tschechischen Autoren und Komponisten. So wurde 1923 als erstes Stück eines tschechischen Autors Karl Capeks „Die Sache Makropolus“ in der Übersetzung von Otto Pick und 1924 als erste tschechische Oper Smetanas „Der Kuss“ aufgeführt. Dann kurz vor dem Münchner Abkommen verkauft der Deutsche Theaterverein sein Haus an den Tschechoslowakischen Staat. Und da ist das Haus - beim Staat - noch heute zugehörig.

Doch über allem Sprachen- und Nationalitätenstreit, den die Theater in Prag wohl schon 150 Jahre erlebt haben, schleicht sich durch die technische Erneuerung ein krampfloser Operngenuss. In der Prager Staatsoper, dem ehemals Neuen Deutschen Theater, schaut man und hört man Dvorzaks „Rusalka“ in drei Akten und zwei Pausen in melodischem tschechischem Original und liest klammheimlich die deutsche Übersetzung. Verstehen wir die Tschechen nun?

Es war nur ein Abstecher der Prag-Reisenden im Auftrag der SPD-Fraktion im Bayrischen Landtag und jeder trug die Kosten dafür privat. Aber der Kunstgenuss war beeindruckend: Die romantische Oper „Rusalka“ ist einer der Höhepunkte im Gesamtwerk von Antonín Dvořák. Sie ist ähnlich bedeutsam wie die Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“, die Slawischen Tänze oder das Cellokonzert h-Moll. Es scheint, als hätte Dvořák nur eine einzige Oper geschrieben. Tatsächlich waren es aber elf. Die Theater Tschechiens führen oft „Der Jakobiner“ oder auch „Die Teufelskäthe“ auf. Weltweiter Berühmtheit erfreut sich aber allein „Rusalka“: Die Nymphe Rusalka verliebt sich in einen Prinzen. Die Liebesgeschichte hat allerdings ein tragisches Ende. Für ihre Verwandlung in einen Menschen zahlt sie einen hohen Preis – sie verliert ihre Stimme. Das ist gerade für eine Opernfigur besonders schmerzhaft. Die Liebe des Prinzen allerdings ist nicht von langer Dauer, bald verliebt er sich in eine andere Frau. Rusalka gelobt Rache, und als der Prinz zu ihr zurückkehren will, ist es schon zu spät. Er stirbt. Die „Rusalka“ ist voll romantischer, lyrischer und emotionaler Musik.

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