
Brünner Versöhnungsmarsch 2025
Der Brünner Versöhnungsmarsch – organisiert von der Initiative #MeetingBrno – fand am 31. Mai 2025, dem 80. Jahrestag des Brünner Todesmarsches statt.
Am Startpunkt des Versöhnungsmarsches, am Massengrab in Pohrlitz, wo 890 deutsche Opfer begraben sind, trafen sich Vertreter aus Politik und Gesellschaft – und Hunderte ganz normale, oft junge Menschen aus Deutschland, Österreich und Tschechien. Diese großartige Initiative war heuer in Deutschland sogar in den Hauptnachrichten der ARD um 20 Uhr zu sehen.
https://www.tagesschau.de/multim.../video/video-1472024.html .
Der tschechische Bildungsminister Mikuláš Bek, die Bundestagsabgeordneten Christoph de Vries und Stephan Mayer (beide CDU/CSU), die bayerischen Landtagsabgeordneten Holger Grieshammer und Volkmar Halbleib (beide SPD), Kerstin Celina und Jürgen Mistol beide (Die Grünen), der mittelfränkische Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, der Deutsche Botschafter Andreas Künne, der Gouverneur der Region Brünn, Jan Grolich, und mehrere Bürgermeister aus Bayern, Baden-Württemberg und Mähren kamen zum zehnten Versöhnungsmarsch von Pohrlitz nach Brünn, diesem einzigartigen Brückenbauerprojekt, um an die Vertreibung der 20.000 Brünner Deutschen zu erinnern. Für die Seliger-Gemeinde nahmen am gesamten Marsch u.a. Monika Feist, Wigbert Baumann (Deutschland) und Thomas Lösch (Österreich) teil, Christa Naaß repräsentierte das Präsidium der Seliger-Gemeinde und den Sudetendeutschen Rat.
Initiator Jaroslav Ostrčilík ist erstmals 2007 mit Studienfreunden von Brünn die 30 Kilometer bis zum Massengrab bei Pohrlitz gegangen. Als Geste der Versöhnung und als Zeichen, dass Brünn seine ehemaligen Mitbürger willkommen heißt, führt seit 2015 die Strecke von Pohrlitz wieder zurück nach Brünn ins Augustinerkloster, wo eine eindrucksvolle Abschlussveranstaltung stattfand.
Im österreichischen ORF gab es nicht einmal eine Randnotiz dazu. Die Brünner Partnerstädte Stuttgart und Schwäbisch Gmünd waren mit ihren Oberbürgermeistern vertreten. Die Partnerstadt Wien nicht einmal mit irgendeinem Vertreter. Dafür brachte der FPÖ-Abgeordneten KOFLER aus Österreich in seiner revanchistisch-populistischen Art die menschenverachtenden und noch immer bestehenden Benesch Dekrete und „das geraubte Vermögen welches noch immer im tschechischen Staatsbesitz ist“ zur Sprache. Dabei vergaß er aber die eigene, die österreichische Schuld, als man hungernde und sterbende Vertriebene, die eigenen Landsleute, nicht aufnehmen wollte und die Grenzen dicht machte, zu erwähnen.
Empfangen wurde der Marsch in Brünn 2025 von einer größeren Gruppe tschechischer Kommunisten, wieder verstärkt von den neuen Nationalisten.
Doch auch das konnte diesen eindrucksvollen Tag in Brünn voller Gedenken, Freundschaft und gemeinsamer Zukunft nicht erschüttern. Es beweist die Notwendigkeit dieses Versöhnungsmarsches, der vor allem für die Jugend von immenser Bedeutung ist.