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Sommerreise 2026 - Vor 90 Jahren: Spanischer Bürgerkrieg

Veröffentlicht am 21.08.2026 in Allgemein

Die „Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spaniens“

Solidarität zwischen Aufklärung und praktischer Hilfe

Der Spanische Bürgerkrieg löste in der Tschechoslowakei eine breite Solidaritätsbewegung aus. Eine ihrer wichtigsten Plattformen war die „Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spaniens“. Sie ging aus einem zunächst lockeren Hilfskomitee hervor und wurde im November 1937 als Verein zugelassen. Ihr Ziel war die materielle und moralische Unterstützung der Spanischen Republik.

Die Gesellschaft verstand den Krieg in Spanien nicht als fernes Ereignis. Der Aufstand Francos und die Unterstützung durch Hitler und Mussolini erschienen als Teil einer europäischen Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Faschismus. Für viele Sozialdemokraten war Spanien deshalb zugleich eine Warnung an die Tschechoslowakei.

Die Gesellschaft brachte Parteien, Gewerkschaften, Jugendorganisationen, Kulturschaffende und demokratisch gesinnte Persönlichkeiten zusammen. Sie organisierte Kundgebungen, Vorträge, Zeitungsberichte, Kulturveranstaltungen und Hilfssammlungen. So verband sie politische Aufklärung mit praktischer Solidarität.

Gesammelt wurden Geld, Lebensmittel, Medikamente und Sanitätsmaterial. Unterstützt wurden republikanische Kämpfer, Flüchtlinge, evakuierte Kinder und die Zivilbevölkerung. Bis Juni 1938 hatte der tschechoslowakische Hilfsausschuss 24 Eisenbahnwaggons mit Hilfsgütern verschickt. Außerdem wurden eine Ambulanz in Spanien und Einrichtungen für geflüchtete Kinder unterstützt.

Diese einzelnen Bereiche wurden in den vorherigen Beiträgen bereits ausführlicher behandelt. Die besondere Bedeutung der Gesellschaft lag darin, die verschiedenen politischen, publizistischen und humanitären Aktivitäten organisatorisch zusammenzuführen.

Die Sozialistische Jugend als aktive Kraft

Innerhalb der deutschsprachigen Arbeiterbewegung gehörte die Sozialistische Jugend zu den wichtigsten Trägerinnen der Spanienhilfe. Ihre Mitglieder sammelten Spenden, verkauften Abzeichen und Lose, organisierten Veranstaltungen und trugen die Hilfsaktionen bis in örtliche Gruppen und Arbeitervereine.

Beim sogenannten „Opfertag“ im März 1938 gingen Jugendliche von Haus zu Haus und baten um Spenden. Die Bevölkerung sollte auf einen Kinobesuch oder ein anderes Vergnügen verzichten und das eingesparte Geld für Spanien geben.

Zugleich wurde Spanien zu einem wichtigen Thema der politischen Bildungsarbeit. In Jugendheimen, Schulungs- und Ferienlagern wurde der Bürgerkrieg als Beispiel dafür behandelt, wohin der Faschismus führte, wenn ihm nicht rechtzeitig entgegengetreten wurde.

Heinrich Weißbach als Mitglied der Gesellschaft

Zu den Mitgliedern der Gesellschaft gehörte auch Heinrich Weißbach. Der aus Komotau stammende Sozialdemokrat war in der Arbeiterjugend, in der DSAP und in der Republikanischen Wehr aktiv. Später wirkte er unter anderem als DSAP-Bezirkssekretär in Warnsdorf.

Gemeinsame Verteidigung der Demokratie

Die Gesellschaft verband deutsche und tschechische Sozialisten in gemeinsamen Aktionen. Diese Zusammenarbeit bildete einen bewussten Gegenentwurf zur nationalistischen Zuspitzung in der Tschechoslowakei.

In einem offenen Brief an Ministerpräsident Milan Hodža protestierte die Gesellschaft 1938 gegen eine politische Annäherung an Franco. Eine Anerkennung der Aufstandsführung wurde nicht nur als Verrat an der Spanischen Republik, sondern auch als Gefahr für die eigene Demokratie verstanden.

Mit dem Münchner Abkommen und der Besetzung der sudetendeutschen Gebiete wurden die Organisationen der DSAP im Herbst 1938 zerschlagen. Auch Heinrich Weißbach musste fliehen. Die Gesellschaft bestand in den nicht besetzten Gebieten zunächst weiter, bis die deutsche Besetzung im März 1939 ihrer Arbeit ein Ende setzte.

Ihre Geschichte zeigt, wie eng politische Aufklärung, praktische Hilfe und antifaschistisches Engagement verbunden waren. Die Unterstützung Spaniens galt nicht als Wohltätigkeit für ein fernes Land, sondern als Teil des gemeinsamen Kampfes für Demokratie und gegen den Faschismus.

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